Und schon wieder Saalbach-Hinterglemm. Wenn am Mittwoch das erste Abfahrtstraining vom Zwölferkogel über die Bühne geht, wird der WM-Ort von 1991 und 2025 zum gefühlten zehnten Mal seine Rolle als Edeljoker des Weltcupzirkus’ in Angriff nehmen. Saalbach ist tatsächlich immer da, wenn man es braucht - und wenn es gilt, abgesagte Rennen arrivierter Skidestinationen kurzfristig zu übernehmen. Das war schon früher so, das ist auch in Corona-Zeiten so. Und das ist, wie sich jeder ausmalen kann, keine Selbstverständlichkeit.

Diesmal geht es um die Traditionsrennen in Kvitfjell, die den rigorosen Pandemiebestimmungen im an sich Ski-(nordisch)-verrückten Norwegen zum Opfer gefallen sind. Dort, am Rande Europas, sind die Einreisebestimmungen so streng, dass selbst die strengen Blasen der Wintersportveranstaltungen nicht ausreichen. Ähnlich war es im Jänner in der Ski-(alpin)-verrückten Schweiz, als das Nationalheiligtum namens Lauberhornrennen nicht stattfinden konnte. Auch hier sprang Österreich kurzfristig ein - mit Flachau und Kitzbühel. Und zwar gewiss aus Edelmut und Liebe zum Skisport, denn aus Geschäftemacherei. Denn auch für Saalbach gilt, dass der Weltcup ein Verlustgeschäft ist, mit hohen Kosten für Preisgeld, Pistenpräparierung und Sicherheit bei nur marginaler Wertschöpfung für die leergefegte Region. Aber es geht für den ÖSV schlicht auch darum, als bedeutendster Skiverband der Welt, das Werkl am Laufen zu halten und "dass der Weltcup die Rennen durchführen kann, die er geplant hatte", wie es der scheidende ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel formulierte.

Corona wird irgendwann vorübergehen, aber der Wintersport wird noch viele Jahre bleiben - und auch den Wohlstand in den österreichischen Alpentälern sichern. Weltcuporte sind auch Visitenkarten für den Tourismus, das hat Österreich besser erkannt als so manch anderer.