Eines kann man Yusaku Maezawa nicht absprechen: einen Sinn für Publicity. Der Japaner, der mit dem Online-Modeshop Zozo zu Reichtum gelangt ist, bietet acht Plätze für eine Mond-Umrundung an, und das zum Nulltarif. "Ich lade Sie zu dieser Mission ein - acht von Ihnen aus der ganzen Welt", trompetet der 45-Jährige via Twitter heraus. Der Kandidatenkreis ist denkbar breit gefasst. Während Maezawa anfangs Profi-Künstler zum Mond schießen wollte, hat er die Zielgruppe stark ausgeweitet. Er sei überzeugt, dass "jeder, der etwas Kreatives tut, als Künstler bezeichnet werden kann". Womit nun wohl auch jene Menschen teilnahmeberechtigt sind, die sich in Ermangelung von Schmelzkäse im Eiskasten einen Toast mit Parmesanflocken zaubern.

"Wiener Zeitung"-Klassikexperte Christoph Irrgeher.
"Wiener Zeitung"-Klassikexperte Christoph Irrgeher.

Aber gut, die Einladung auf breiter Basis hat schon ihren Sinn. Haben wir nicht alle die Vormonate abgekapselt verbracht, mit dem dunklen Winter vorm Fenster und den immer gleichen Gesichtern im Raum? Haben wir damit nicht alle gewissermaßen ein Astronauten-Training hinter uns - und verdienen uns einen Mond-Flug?

Einen Haken hat die Sache aber schon. Die Raumfahrer sollen von Elon Musks Unternehmen SpaceX hochgeschossen werden, und dessen Flugkörper nähern sich erst allmählich den nötigen Sicherheitsstandards: Beim Test im Februar explodierte Musks Rakete direkt beim Aufsetzen - beim Versuch am Mittwoch erst knapp danach. Aber gut, bis zum geplanten Start 2023 ist noch ein bisschen Luft. Andererseits: Vielleicht verbringt man seine Zeit dann auch wieder lieber auf der Erde.