Es ist noch nicht lange her, da haben sich die Uefa sowie alle anderen Kontinentalverbände gemeinsam mit der Fifa in einer seltenen Allianz gegen die Pläne einer europäischen Superliga im Fußball ausgesprochen. Alle, die daran teilnehmen würden, würden von den anderen Wettbewerben ausgeschlossen, hieß es; und alle waren vorerst zufrieden. Schließlich war das Schreckgespenst ein großes, es würde sämtliche andere - bereits etablierte - Wettbewerbe vertreiben, so die Befürchtung. Und nun? Tja, die europäische Superliga ist vorerst vom Tisch, doch ganz abgesehen davon, dass weltweit natürlich weiter an einer solchen gearbeitet wird, reifen auch die Pläne dahingehend, die Champions League weiter umzufunktionieren.

Noch in diesem Monat sollen Änderungen, die ab 2024 greifen sollen, beschlossen werden. Etwa sollen dann schon in der Vorrunde alle Teams zehn Spiele gegen Gegner unterschiedlicher Stärke bestreiten, woraus sich eine Tabelle ergibt, durch die - gemeinsam mit Play-offs - der Raster für die K.o.-Runde determiniert wird. An wen etwaige Wild Cards gehen, ist noch Gegenstand von Verhandlungen - am grünen Tisch, nicht auf dem grünen Rasen.

Das mag legitim sein, es gibt viele Gründe, warum Fans bereit sind, für manche Teams mehr Ticket- und TV-Abo-Gebühren zu zahlen als für andere. Und es ist auch legitim, dass die Uefa - wiewohl trotz allem nicht am Hungertuch nagend - gerade in der Krise bereit ist, den Wettbewerb für ein paar Euro mehr zu verkaufen. Nur dann braucht man nicht so zu tun, als ginge es um etwas anderes. Und man sollte sich nicht mehr einer "European Super League" erhaben fühlen. Das tut man nämlich ohnehin nur so lange, so lange man sie nicht selbst ausrichtet - wenn auch unter anderem Namen. Und genau dazu wird es nun kommen.