Das Wort "und" gehört abgeschafft!

"Wiener Zeitung"-Klassikexperte Edwin Baumgartner.
"Wiener Zeitung"-Klassikexperte Edwin Baumgartner.

Es beleidigt mich ganz persönlich. Ich kann diesen haltlosen Verfall der sprachlichen Moral nicht länger hinnehmen.

Mit dem Wort "und" sei verfahren wie mit dem gewissen N-Wort, das Schwarze herabsetzt sowie mit dem Wort "normal", dem der *nilever-Konzern jetzt endlich den Kampf ansagt sowie die Existenzbasis entzieht.

Das Wort "und" ist eine moralische Katastrophe. Schon Helm*t Q*altinger hat gefordert, man möge das "u" entfernen, denn es verstoße gegen die Sittlichkeit. Das "n" ist lediglich ein kopfstehendes "u". Das Wort "und" besitzt also drei Lettern, von denen zwei moralisch zweifelhaft sind.

Als ein Mensch, der stets die Moral an höchste Stelle setzt, höher noch als sprachliche Schönheit oder Präzision, beleidigt mich das Wort "und" bei jedem seiner leider oftmaligen Vorkommen. Daher folge ich der Vorgehensweise des *nilever-Konzerns ebenso wie all der politisch korrekten Sprachentwickler: Ich fordere, das Wort "und" sei eliminiert. Die Alltagssprache kann ohne es existieren. Ebenso bedarf es bloß geringer Eingriffe, damit literarische Werke davon gereinigt werden. Bei dem N-Wort sowie etlichen anderen Wörtern ist das bereits vorbildlich geschehen.

Gleichzeitig kann man das höchst anstößige "u" eliminieren. Es existiert keine logische Antithese. Die Sprache ist ohne "u" sowie ohne "und" moralisch besser dran sowie von ebensolcher Schönheit. Wie dieser Text beweist.