Das kann man wohl getrost Nachwuchsförderung nennen. Sonntag Nacht wurden die diesjährigen Grammys verliehen, und einer davon ging - auch - an Ivy Blue, die neunjährige Tochter von Beyoncé. Letztere hatte nämlich den Grammy für das beste Musikvideo gewonnen, für "Brown Skin Girl". Und das war eine Koproduktion mit ihrer Tochter. Auch sonst hatte die Verleihung, die pandemiebedingt in viel kleinerem Rahmen als sonst ausgetragen wurde, ein paar Besonderheiten zu bieten. Die "Black Lives Matter"-Bewegung etwa hat ihre Spuren im Popgeschehen des vergangenen Jahres hinterlassen, und die Grammys haben das gewürdigt: Beyoncés Auszeichnungen für das erwähnte Video und für den besten R’n’B-Song, "Black Parade", sind Beispiele dafür. Auch der Grammy für das Antirassismus-Lied "I can‘t breathe" mit Anspielung auf George Floyd von H.E.R., das als Song des Jahres prämiert wurde. Auffallend und durchaus begrüßenswert ist die Dominanz der Frauen bei den Preisträgern. Manch Kurioses ist auch dabei.
So wurde Billie Eilish für einen Song zu einem Film geehrt, den noch gar niemand sehen hat können: den neuen James-Bond-Film "No Time To Die".

Eine tröstliche Note hatten diese Grammys auch: Einige der mit Trophäen bedachten Produktionen waren sogenannte Lockdown- oder Quarantäne-Projekte. Taylor Swifts Album "Folklore" zum Beispiel. Die Kunst lässt sich vom Virus nicht einfach abdrehen, und wenn er sich noch so bemüht. Die Platten drehen sich weiter.