In vielen Regionen werden die Rollbalken in Form neuer Corona-Lockdowns heruntergefahren, in der Formel 1 hingegen hochgekurbelt. Und das so kräftig wie nie zuvor. Beginnend mit dem Grand Prix von Bahrain am Sonntag (17 Uhr), stehen bis zum Saisonfinale in Abu Dhabi am
12. Dezember gleich 23 Rennen, so viele wie nie zuvor, auf dem Programm, darunter das umstrittene Hochgeschwindigkeitsrennen in Saudi-Arabien eine Woche vor der finalen Zieldurchfahrt.

Sportlich freilich ist die Spannung endenwollend. Lewis Hamilton, wer sonst?, lautet die eher rhetorische Frage nach dem Favoriten. Allenfalls geht es für den Briten, der ebenso wie Michael Schumacher bei sieben Titeln hält, außerdem darum, welche Rekorde er dem Deutschen, den er in vielem bereits überboten hat, noch abluchsen wird, ehe es ihm zu fad wird und er sich in die Fahrer-Pension verabschiedet. Und selbst Mick Schumacher, als Neuling quasi die Antithese Hamiltons, tut vor seinem Debüt wenig dazu, die Emotionen zum Kochen zu bringen. Ob er besonders aufgeregt sei, wird der 21-jährige Neo-Haas-Pilot dieser Tage oft gefragt. Sicher nicht, wenn er am Start stehe, da sei man zu konzentriert, sagt er dann. Oder ob die Gedanken an das vielbeachtete Comeback seines Vaters vor genau elf Jahren in Bahrain, als der Filius ebenfalls an der Strecke war, präsent seien. "Ehrlich gesagt habe ich keine besonderen Erinnerungen", meint er.

Freilich wird Schumacher am Sonntag dennoch ebenso im Rampenlicht stehen wie Hamilton. Doch irgendwann wird sich auch hier das Interesse totlaufen - und das größte Spannungselement sein, ob die Saison diesmal angesichts von Corona und anders als im Vorjahr pannenfrei über die Bühne gehen kann. Mit 23 Rennen hat man sich viel vorgenommen. Vielleicht zu viel.