Nach einem guten Jahr Corona stehen wir als Gesellschaft zu Ostern ziemlich genau dort, wo wir im Vorjahr waren. In einem Lockdown, möglicherweise nicht dem letzten. Zwar wird heuer geimpft - doch bis die Krise vorbei ist, wird es wohl noch dauern. Vor allem Kultur, Tourismus und Gastronomie tragen seit Monaten die Hauptlast des nötigen Social Distancing. Für die Theaterproduktionen in der Steiermark hat der ORF nun einen ungewöhnlich dichten Vertrag geschlossen. 22 Produktionen der Bühnen Graz werden bis 2023 aufgezeichnet und von ORFIII übertragen. Dazu zählen Aufführungen der Oper und des Schauspielhauses, der Schloßbergbühne in den Kasematten sowie des Orpheums. Ab heuer wird jährlich je eine Neuproduktion aus Oper und Schauspielhaus, ein (Live-)Open-Air-Event zumeist aus den Kasematten und bis zu 20 Kabarettprogramme aus dem Orpheum gesendet.

Das ist zu begrüßen. Wenn die Menschen nicht zum Theater kommen können, sollte das Theater alles tun, um zu den Menschen zu kommen. Viele Bühnen haben Corona auch als Chance begriffen, um neue Wege der Verbreitung zu beschreiten. Der ganz große Wurf war dabei leider noch nicht zu entdecken. Bemühungen, eine Art "Netflix" für das deutschsprachige Theater zu gründen, stecken leider noch immer in den Kinderschuhen. Schade, hier wäre ein kreatives, schnelles Vorgehen ein besonders großer Sprung nach vorne gewesen. Dass der ORF sich engagiert, ist dennoch zu begrüßen.