Was war da nur faul im Matche Dänemark? Der leidgeprüfte Fan österreichischer Prägung war ja bis vor einigen Jahren, also bis zur Ära Marcel Koller und Franco Foda, einiges vom Nationalteam gewohnt. Selbstüberschätzung und Minderwertigkeitskomplexe wechselten ständig, was sich auch anhand der Ergebnisse ablesen ließ. Seit der EM-Qualifikation 2016 ist das anders, zeigte diese Elf, was wirklich in ihr steckt und was alles möglich ist.

Umso mehr war der verfrühte Kreuzweg des Nationalteams im Ernst-Happel-Stadion, als man nicht drei, sondern vier Mal "fiel", eine Überraschung, mit der so niemand gerechnet hat. Warum auch? Statistisch gesehen haben David Alaba und Co. alles richtig gemacht. Ob Ballbesitz, Pässe, Passgenauigkeit, Fouls - kaum eine Kennzahl deutete auf eine signifikante Schwäche des ÖFB-Teams hin, weswegen auch der 0:0-Pausenstand nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit in Ordnung war und zumindest mit einem Punkt rechnen ließ.

Aber es kam so, wie es schon lange nicht mehr vorgekommen ist: Das Team war auf den Sturm nach der Ruhe nicht vorbereitet, verlor nach dem ersten Gegentor den Kopf und kassierte binnen einer Viertelstunde drei weitere. Ein mentales Blackout und nicht etwa eine riesige skandinavische Dampfwalze führten dazu, dass Österreich in der Tabelle auf Platz vier abgerutscht ist. Auch dies belegt die Statistik, wonach die Dänen sechs Schüsse aufs Tor abgaben - und vier versenkten.

Eines ist klar: Passiert das dem Team in dieser Qualifikation noch einmal, wird es für die Advent-WM in Katar eng. Verzweifeln muss man dennoch nicht, zumal das Team, wie die Spiele gegen Färöer, Norwegen oder Nordirland gezeigt haben, schon oft kühlen Kopf behalten hat. Bleibt nur zu hoffen, dass es bei dem einen Ausrutscher bleibt.