Eines gleich vorweg: Das 3:0 von Red Bull Salzburg am Sonntag gegen Verfolger Rapid Wien war zweifellos verdient, und wäre unter Einsatz des VAR, dessen Implementierung die Bundesliga noch harrt, deutlich höher - und umso peinlicher für die Wiener - ausgefallen. Und so muss man auch kein Nobelpreisträger für Mathematik sein, um mit einem kurzen Blick auf die Tabelle zu erkennen, dass der kommende Meister der Bundesligasaison 2020/21 wieder einmal Salzburg heißen wird. Schon wieder.

Das kommt halt davon, wenn die Konkurrenz schwach ist, sagen die einen und fühlen sich durch das Ziehen von Analogien zur Formel 1 oder zur Politik, wo es - welche Ironie - weder Red Bull noch der Sozialdemokratie mit einer Infektiologin an der Spitze gelingt, den Dominatoren Lewis Hamilton und Sebastian Kurz das Wasser abzugraben, auch noch bestätigt. Das kommt halt davon, wenn man diejenigen, die mehr Geldmittel und Manpower haben, ungehindert werken und ihren strukturellen Vorteil lässt, sagen die anderen und fordern noch mehr Eingriffe ins Reglement.

Dass das mit den Eingriffen nicht immer so funktioniert, wie man sich das vorstellt, hat zuletzt die Praxis gezeigt. Ein Gewinnerteam lässt sich eben nicht von Reifen- und Motoren-Reglements, zehn Untersuchungsausschüssen oder einer Liga-Reform beirren. Es findet meistens einen neuen Weg, weswegen auch Mercedes, Türkis und Salzburg noch da sind.

Wirklich zu Fall zu bringen sind solche Gewinnertypen eigentlich nur durch "rohe Gewalt" - wie es etwa der LASK vor genau einem Jahr zu spüren bekommen hat. Unter den heutigen Umständen mutet das Urteil, dem Klub wegen eines lächerlichen Trainings de facto den Meistertitel zu rauben, mehr denn je wie eine Farce an. Die noch größere ist aber, dass Salzburg der lachende Dritte war.