Es wird ein Comeback, wie es vielleicht nicht viele gegeben hat in den vergangenen Sportjahren. Und doch ist es eine Rückkehr, die vielleicht ein bisserl untergegangen ist in diesem Jahr, in dem so vieles plötzlich nebensächlich erschien. Nun aber ist Marc Márquez, achtfacher Motorrad-Weltmeister und sechsfacher Titelträger in der Königsklasse MotoGP, wieder auf der Rennstrecke zurück, in Portugal wird er am Sonntag (14 Uhr/ServusTV, Dazn) nach neunmonatiger Pause in Folge eines Oberarmbruchs wieder am Start stehen.

Und es spricht viel dafür, dass der Spanier dort wieder anschließt, wo er aufgehört hat: Zum einen lieferte er gute Trainingszeiten, zum anderen war im vergangenen Jahr doch ein gewisses Vakuum an der Spitze zu merken, zum Dritten hat Márquez vielleicht auch ein wenig Demut gelernt. Während Joan Mir im Vorjahr mit nur einem einzigen Sieg den Titel holte - im Jahr davor konnte Márquez zwölf von 19 Rennen gewinnen -, spricht Márquez offen wie noch wie über seine Probleme. Plötzlich sind von ihm Dinge zu hören à la: "Wir wären gerne dabei gewesen, aber meine Ärzte haben mir davon abgeraten, und ich habe auf sie gehört" (zu seinem Fehlen in Katar vor drei Wochen, Anm.), oder: "Ich habe mich darauf fokussiert, auf meine Ärzte zu hören und meinen Körper zu verstehen, damit ich in die MotoGP zurückkehren und das tun kann, was ich liebe."

Genau diese Demut ist es nun, die Márquez noch stärker gegenüber seinen Konkurrenten machen könnte. Man schlage nach in der Geschichte des Sports, von Hermann Maier über Tiger Woods - Totgesagte leben oftmals länger. Es wäre fatal, dies nicht sehen zu wollen: für die Gegner, natürlich, aber auch für die Motorsport-Fans, die eine ähnlich ausgeglichene Saison wie im Vorjahr erhoffen. Denn mit einem Marc Márquez in Bestform scheint dies unwahrscheinlich.