Die Formel 1 fährt neue Wege - wieder einmal. Wie der Automobilweltverband FIA am Montagabend bekanntgab, werden bei drei Grand Prixs in dieser Saison zusätzliche Sprintrennen am Samstag die Qualifikation ablösen. Konkret soll es nach dem ersten freien Training am Freitag eine Qualifikation für den Sprint geben, der dann wiederum die echte Qualifikation ablöst, die Startreihenfolge für den Grand Prix am Sonntag bestimmt und die Chance auf zusätzliche WM-Punkte bringt.

Das scheint durchaus geeignet, den Spannungsbogen über das gesamte Wochenende besser aufrechtzuerhalten, als dies bisher der Fall war. Die zwei freien Trainings am Freitag seien "für Aficionados", sagt selbst Sportdirektor Ross Brawn und hofft auf mehr Action und mehr Fans. Doch mehr Action und mehr Fans bedeuten in diesem Fall auch: mehr Geld. Und das ist nur ein Haken an der Sache. Denn die Einigung auf die Kostengrenze ist wegen der zusätzlichen Aufwendungen auch schon wieder durch die Hintertüre passé. Laut Informationen von "Motorsport Total" bekommen die Teams eine Entschädigung von 100 Millionen Dollar pro Station, zudem dürfen sie pro Rennen zusätzliche 50.000 Dollar ausgeben, die nicht unter den Kostendeckel fallen.

Während man die finanziellen Rahmenbedingungen also weitgehend kennt, weiß noch niemand, bei welchen Rennen der Modus zum Einsatz kommen wird - was angesichts der bereits laufenden Saison doch etwas merkwürdig anmutet. Planungssicherheit sieht anders aus. Aber damit nimmt man es anscheinend überhaupt nicht so genau. "Wenn es nicht funktioniert", meint Brawn, "gehen wir wieder an die Arbeit und denken weiter nach." Aber vielleicht ist ja auch das Kalkül. Denn für Spannung ist also in jedem Fall gesorgt - und sei es nur in der Frage, wie sich die Formel 1 ihre Zukunft tatsächlich vorstellt.