Endlich!

"Wiener Zeitung"-Klassikexperte Edwin Baumgartner.
"Wiener Zeitung"-Klassikexperte Edwin Baumgartner.

Am 19. Mai gibt’s wieder Theater. Und was für eines!

Das Burgtheater startet in die Nach-Lockdown-Zeit mit dem größten Stück aller Zeiten. Dieses Stück ist einzigartig. In diesem Stück liegt das Wesen der Welt, das Sein des Menschen. Es ist Komödie und Tragödie, Farce und Historiendrama.

Shakespeare ist dagegen ein Langweiler, Schiller ein szenischer Versager, Goethe ein Flachdenker, Brecht ein Bühnenstümper.

Man stelle sich dieses Stück vor, das nach der längsten Schließung in der Geschichte des Hauses ab 19. Mai gespielt wird: Die Bühne leer. Dunkel der Zuschauerraum. Im Theater ist nur das Wesen des Theaters selbst. Auf den Brettern der Bühne: die Welt. Denn alle Welt ist Theater. Und alles Theater ist Welt.

Dieses Stück, das ab 19. Mai im Burgtheater gezeigt wird, ist allumfassend. Es zeigt das Lachen, das Weinen, das Schaffen, das Ruhen, das Erkennen, das Träumen.

Es ist Theater in seiner reinsten Form, unverdorben durch einen Autor, nicht erniedrigt durch Bühnenbild und Kostüm, unbefleckt durch menschlich-allzumenschliche Schauspielkunst.

Dieses Stück, das größte aller Zeiten, mit dem das Burgtheater den Lockdown hinter sich lässt, ist das Theater an sich. Es ist das Wiener Burgtheater selbst.

Hier wird’s Ereignis.

Titel des Stücks: "Geschlossen."

Untertitel: "Nächste Vorstellung im September."

Regie: Hausherr Martin Kušej.