Da ist er also wieder. Am Dienstagabend feierte Dominic Thiem beim Masters-1000-Turnier in Madrid ein erfolgreiches Comeback nach rund sieben Wochen Pause. Seine Leistung beim 6:1, 6:3 gegen Marcos Giron war durchaus überzeugend, auch wenn man dies freilich nicht überbewerten darf und schon im Achtelfinale in Alex de Minaur eine höhere Hürde wartet.

Doch ungeachtet seines Abschneidens in der Caja Magica hegt der Weltranglistenvierte ohnehin andere Träume. Nach den US Open im Vorjahr auch sein Lieblingsturnier, die French Open in Paris, zu gewinnen, wäre wohl wirklich magisch und steht ganz oben auf der To-do-List des 27-Jährigen.

Doch genau die Ziele, die man am meisten anstrebt, sind oft die am schwierigsten zu erreichenden. Das musste Thiem im Vorjahr erkennen, als er als frischgebackener US-Open-Sieger nach Roland Garros kam - und dort im Viertelfinale und damit so früh wie seit vier Jahren nicht mehr ausschied. Er sei damals schon "über dem Limit" gewesen, habe aber "in der Euphorie weitergespielt", sagt er heute rückblickend in einem Interview auf Servus-TV.

Auch jetzt hat er eine schwierige Phase hinter sich, in der er mitunter auch mit Motivationsproblemen zu kämpfen gehabt hatte, wie er unlängst zugab. Doch Thiem hat offenbar aus der Vergangenheit gelernt, Körper und Geist eine Pause gegönnt - so wie es die ganz Großen des vergangenen Jahrzehnts auch immer wieder tun. Und er habe gewusst: Auch das geht wieder vorbei.

Es sind wichtige Erkenntnisse in der Karriere eines Tennisspielers, eines Sportlers überhaupt - vielleicht wichtiger, als es Siege sind. Er könne den Erfolg nicht garantieren, sagt er nun, "aber ich will mir selbst die Chance geben, um den Titel mitzuspielen." Im Vorjahr hat er dies ganz offensichtlich nicht getan.