Es war eines der Events, die im Vorjahr von so manchen schmerzlich vermisst wurden: der Eurovision Song Contest. Heuer hat die European Broadcasting Union (EBU) schon früh gesagt, dass sie alles daransetzen wird, das Wettsingen auch trotz Pandemie stattfinden zu lassen. Und nun ist es diese Woche so weit. Anders als noch vor wenigen Monaten befürchtet, wird die Show nicht viel anders aussehen als sonst: Die Künstler werden live performen, und es wird ein - ausgedünntes - Publikum geben.

Der Song Contest reiht sich in eine Folge von Versuchsanordnungen ein, die die Infektionsgefahr von Großevents am "offenen Herzen" abtesten wollen. Das ist gut, denn auch solche Veranstaltungen sollen in (naher?) Zukunft wieder eine Existenzmöglichkeit haben. Riskant ist die Chose schon, immerhin wird im Publikum auf Masken verzichtet.

Eine der Erkenntnisse des Pandemiejahres im Unterhaltungsbereich ist freilich, dass dem Zuseher bei einer Show das Publikum kaum abgeht. Die TV-Sender haben die Illusion einigermaßen perfektioniert - von traurigen ersten Schritten bei "The Masked Singer Austria" gleich zu Beginn bis zu Lichtshows mit Pappkameraden und eingespieltem Applaus bei späteren Sendungen. Für die Auftretenden hingegen ist es eine traurige Situation - das hat sich bei "Starmania" zuletzt gezeigt.

Immerhin beim Song Contest dürfen sich die Kandidaten nun bejubeln lassen. Es sei ihnen gegönnt - so wie den paar Fans, die Tickets ergattert haben für diese historische Veranstaltung.