Viele können die Schutzimpfung gegen eine Covid-19-Infektion gar nicht erwarten. Auch unter den Kulturschaffenden gab es ja - siehe etwa die Kontroverse um die frühe Impfung der Wiener Philharmoniker - einen wahren Wettlauf um den "ersten Stich". Schließlich geht es bei Menschen, die berufsbedingt viel, intensiv oder mitunter gar unter dem Ausstoß vieler Aerosole mit anderen Menschen zusammen sind, auch um das Allgemeinwohl.

Bei den Künstlern kommt noch ein Faktor dazu. Immerhin steht die Ausübung des Berufs auf dem Spiel. Zudem: Je mehr Menschen geimpft sind, desto rascher werden wir auch wieder zu Kulturveranstaltungen im vor der Krise üblichen Rahmen zurückkehren können.

In Wien können sich nun auch Kulturschaffende unabhängig von ihrer Altersgruppe für die Impfung anmelden. Das Angebot richtet sich an Einzelpersonen, die nicht über Betriebsimpfungen eine Anmeldung vornehmen können. Sie werden dann ab der nächsten Woche die Erstimpfung erhalten. Wien verweist dabei vor allem auf die große Bedeutung, die sichere Bedingungen beim Proben haben. Proben sind bekanntlich oft intensiv, lange und so gut wie immer in geschlossenen Räumen, oft auch ohne gute Belüftung. Zudem spielen Berufsmusiker immer wieder in unterschiedlicher Zusammensetzung. Das alles spricht für eine frühe Impfung. Die Initiative ist daher zu begrüßen. Niederösterreich wiederum hat die Priorisierungen schon abgeschafft, hier kann sich jeder anmelden.