Manchmal braucht es eine Nacht Schlaf, um am nächsten Tag etwas klarer sehen zu können. Und aus diesem Grund sei an dieser Stelle an letztes Mal eine Bemerkung über die jüngste Posse rund um die ÖSV-Präsidentschaft erlaubt, aus der nach wochenlangem und beschädigendem Gezerre nun der steirische Skiverbandschef und ÖVP-Nationalratsabgeordnete Karl Schmidhofer als lachender Dritter hervorgegangen und zum designierten Nachfolger von ÖSV- Präsident Peter Schröcksnadel erklärt worden ist.

Denn so zufällig, wie diese "Wahl" ausgegangen ist, war das nicht. Eher erinnert sie frappant an jene Ränkespiele, die man sonst nur aus politischen Parteien kennt, in welchen die Steigerungsform von "Freund, Feind, Parteifreund" ebenso zum kleinen Einmaleins gehört wie das berühmte "Divide et impera" und natürlich der Zug zur Macht. In der Politik geht es oft weniger darum, wer was wird oder durchsetzt, sondern wer was nicht wird und nicht durchsetzt. Kurz: Es geht ums Verhindern, wobei sich davon, wer da nun im ÖSV wen verhindern wollte, jeder selbst ein Bild machen mag.

Wenn man also etwas aus der ganzen Geschichte lernen kann, so dies, dass Schröcksnadel mehr "Politiker" war (und ist) als viele dachten. Nicht umsonst schaffte er das Kunststück, 31 Jahre im Amt zu bleiben und dabei kaum jemanden an sich ran zu lassen. Dabei konnte sich der ÖSV-Boss immer auf seinen Machtinstinkt, seine Zuarbeiter und nicht zuletzt sein Glück (oder Sitzfleisch) in Krisenzeiten verlassen.

Vor diesem Hintergrund ist die Unterstützung, die dem echten Politiker Schmidhofer zuteilwird, gar nicht mehr so unverständlich. Sie wird der Realität gerecht.