Dass die drei Großklubs Real Madrid, FC Barcelona und Juventus Turin nicht gänzlich ungeschoren davonkommen dürften, ist nun keine Sensation. Schließlich hatte sich die Uefa in der global hochgekochten Super-League-Diskussion zu sehr gegen alle Aufwiegler und Abtrünnigen aufmunitioniert, als dass sie nun einfach so zur Tagesordnung übergehen könnte. Daher ist das nun offiziell eingeleitete Disziplinarverfahren gegen die drei Vereine, die dem Projekt bis dato nicht abgeschworen haben, nur logisch. Dass all die anderen Superliga-Vereine gänzlich unbehelligt bleiben - nämlich AC Milan, Arsenal, Atletico, Chelsea, Inter, Liverpool, Manchester City/United und Tottenham -, schon wieder nicht mehr. Was schon jetzt ein recht mildes Urteil, so es überhaupt zu einem kommt, erwarten lässt.

Denn sobald auch die verbliebenen Drei dem Vorhaben abschwören und doch noch erklären, für immer und ewig internationale Bewerbsspiele nur unter dem Dach der Uefa zu absolvieren, wird man wohl flugs alles fallen lassen. Vergeben und vergessen. Denn so, wie die Spitzenklubs die hochkarätige kontinentale Konkurrenz und die aus diesem Wettbewerb generierten Einnahmen brauchen, braucht auch die Uefa diese Top-Top-Top-Marken des Klubfußballs. Die zweite Reihe mag zwar auch sportlich interessant sein, solange es aber eine Etage darüber klingendere Namen gibt, ist die Champions League nicht mehr die Champions League. Punkt. Daher würde sich die Uefa ins eigene Fleisch schneiden, wenn sie die kommende Königsklasse ohne Juve, Real und Barca anpfeift.

Diese Erkenntnis ist besonders bitter für alle Kleinen, die schon bei weit geringeren Vergehen einen Europacupbann oder Ähnliches ausfassen. Auch in Fußball-Europa gilt das ungeschriebene Gesetz: Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen.