Das Faszinierende an 20 Jahren Exoplaneten-Forschung sei, dass keines der bisher entdeckten Sonnensysteme unserem ähnlich ist, sagt Nasa-Astronomin Jennifer Burt im "Astrophysical Journal". Die 4.700 nachgewiesenen Planeten, die um andere Sterne kreisen, bestehen aus giftigen Gasen, Eis oder Lava, sind, wenn felsig, zu finster, zu heiß oder zu kalt oder von Atmosphären umgeben, die gefährliche Dinge wie etwa winzige Glastropfen beinhalten. Auf keinem scheint Leben, wie wir es kennen, nach immer gleichen Abläufen zu entstehen. Es könnte gut sein, dass wir tatsächlich alleine sind. Wäre das schlimm? Nein! Zwar würden sich Hoffnungen, dass es "da draußen" noch etwas gibt, zerstäuben, sonst aber würde das Leben weitergehen. Macht es die Exoplaneten-Forschung obsolet? Auch nicht! Denn wir müssen nicht glauben, sondern wissen, ob andere Welten existieren, und es gibt Milliarden von Himmelskörpern.

Der jüngste Neuzugang unter den Exoplaneten ist immerhin weder zu heiß noch zu kalt für Leben. TOI-1231 ist etwas kleiner als Neptun, kreist aber näher um seine Sonne. Der Rote Zwerg NLTT 24399 zählt zu den kühlsten Sternen. Die Nasa rechnet mit Spuren von Wasser in der Planeten-Atmosphäre, für eine felsige Oberfläche sei er aber zu wenig dicht. Auch das inspiriert freilich nicht zum Auswandern. Dennoch zeigt der neue Nachbar Interessantes über unsere kosmische Umgebung. Schon deswegen ist Exoplaneten-Forschung unverzichtbar für unser Selbstverständnis, selbst wenn wir alleine bleiben.