In Deutschland und Großbritannien hat der Messengerdienst Whatsapp am Montag eine Werbespot-Kampagne gestartet. Den beiden doch recht wichtigen Märkten wird darin mitgeteilt, dass bei Whatsapp nach wie vor die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gilt. Das bedeutet, dass verschickte Inhalte grundsätzlich nur für die beteiligten Nutzer im Klartext sichtbar sind. Diese Kampagne war deswegen nötig geworden, weil sich Whatsapp in eine ungünstige Situation manövriert hatte: Mit der Ankündigung, in Zukunft würden Daten an Facebook - zu dem Whatsapp gehört - weitergegeben und wenn man dem nicht zustimme, würde man viele Funktionen des Dienstes nicht mehr verwenden können. Das haben dann doch ein paar Nutzer mehr, als dem Konzern lieb war, als Bevormundung verstanden und sich anderen Alternativen zugewandt.

Nun hat sich Whatsapp nicht nur bemüßigt gefühlt, Werbung zu schalten, sondern auch zerknirscht zu sagen, dass es sich da um ein "Missverständnis" gehandelt habe. Im selben Atemzug wurden neue Privatsphäre-Einstellungen angekündigt. So können nun auch Fotos oder Chats nach nur einmal Ansehen verschwinden. Nach dem Spionagefilm-Motto: "Diese Nachricht zerstört sich in drei Minuten von selbst."

Whatsapp und damit auch Facebook hat sich diesmal verrechnet in der Annahme, dass die User ohnehin alles ohne Nachdenken schlucken würden. Man hat einmal Bekanntschaft mit mündigen Kunden gemacht - gut so.