Cristiano Ronaldo hat's vorgemacht, Paul Pogba nahm sich ein Beispiel - so völkerverbindend soll der Fußball schließlich sein, das predigen Uefa (und andere Sportorganisationen) sowie Sponsoren schließlich immer - zumindest immer dann, wenn’s passt. In diesem Fall aber dürfte es weniger passen. Denn weder die Funktionäre der Uefa noch die Sponsoren dürften sonderlich begeistert gewesen sein. Zuerst hatte nämlich der portugiesische Superstar bei der Pressekonferenz eine Coca-Cola-Flasche vom Tisch entfernt und gegen Mineralwasser getauscht und war somit zwar seiner Vorbildwirkung (viel gesünder! eh!), nicht unbedingt aber den Wünschen der Hauptgeldgeber gerecht geworden; danach befand der Franzose, dass das (alkoholfreie) Hopfengesöff von Heineken auf dem Tisch auch nichts verloren habe.

Die Aktionen haben viele im Internet zum Schmunzeln gebracht, und sie haben ja auf den ersten Blick auch etwas Sympathisches. Ronaldo braucht kein Cola, Pogba kein Heineken, um seine Leistungen zu bringen; und wer etwa nach Skirennen gedacht hat, dass Marcel Hirscher seine besten Schwünge ausschließlich unter den Schwingen eines Zuckerlwassers aus Salzburg hinbekommen hat, nur weil er bei jedem Interview eine Dose desselben stilsicher in Händen zu halten pflegen musste, dem ist ohnehin nicht mehr zu helfen. Die Zuschauer kann man auch anders hinters Licht führen, wenn man denn unbedingt will.

Lieber agua mineral als Cola: Cristiano Ronaldo. - © afp
Lieber agua mineral als Cola: Cristiano Ronaldo. - © afp

Doch die Sache hat mehrerlei Haken: Gäbe es die Sponsoren nicht, würden auch Uefa und letztlich die Kicker nicht ihr Geld bekommen. Dass der Europoverband sich dennoch nicht zu den Vorfällen äußern will, in anderen, harmloseren Fällen aber durchaus hart durchgegriffen hat, offenbart, wie gleich und gleicher manche sind. Und dass die Aktie von Coca Cola nach Ronaldos Aktion in den Keller rasselte, mag man mit Schadenfreude beäugen, wie man will - in Wahrheit beweist es aber nur, wieviel Einfluss die Kommerzialisierung tatsächlich auf den Fußball und vor allem seine Fans hat. Und gibt damit also all jenen Unrecht, die sie anprangern - aber gewillt sind, das Spielchen mitzuspielen, wenn es nur passt. Insofern unterscheidet sich der gemeine Fan nicht rasend von den großen Institutionen. Man könnte es schließlich auch mit Pogba halten. Und sagen: Was wer so schlempert oder auch nicht, ist nun wirklich nicht mein Bier.