"Gwirks" ist ein typisch Wienerischer Ausdruck. Sollte ein Salzburger fragen, was damit gemeint ist: Genau das, was sich derzeit in seiner Heimatstadt mit den NS-belasteten Straßennamen abspielt.

"Wiener Zeitung"-Klassikexperte Edwin Baumgartner.
"Wiener Zeitung"-Klassikexperte Edwin Baumgartner.

Salzburg hat ein ähnliches Problem wie Wien: Manche der durch Straßennamen Geehrten haben sich über Gebühr mit den Nationalsozialisten eingelassen. Womit sich die Frage stellt: Was tun?

Die Straßen umbenennen? Die Straßenschilder mit erklärenden Zusatztafeln versehen?

Im Fall von Salzburg hat eine Historikerkommission 66 NS-belastete Namenspaten ausgemacht. Darunter sind der Autokonstrukteur Ferdinand Porsche, der Lokalheilige Herbert von Karajan und Karl Heinrich Waggerl, der Bad Gasteiner Knut Hamsun.

Das tut weh. Man stelle sich vor, dass Festspielgäste just auf dem Herbert-von-Karajan-Platz unter die Nase gerieben bekommen, dass der über seinen Tod hinaus ewige Festspielleiter eine lupenreine NS-Karriere machte und, entgegen dem Mythos, mehr war als nur ein Mitläufer.

Ergo folgt dem Historikerbericht vorerst gar nichts. Stattdessen soll der Historiker Robert Kriechbaumer im Auftrag von Bürgermeister Harald Preuner eine Expertise zur weiteren Vorgehensweise abgeben.

Und was dann? Werden so lange neue Berichte in Auftrag gegeben, bis Karajan endlich als Widerstandskämpfer ausgewiesen ist?

Rein faktenbasiert: "Gwirks" ist ein so typisch Salzburgerisches Wort geworden, dass man es geradezu einwienern muss.