Viel ist die Rede von den Jugendlichen, denen die Pandemie die beste Zeit ihres Lebens geraubt hat, weil sie auf keine Partys und in keine Clubs gehen konnten. Weniger kümmert sich die öffentliche Fürsorge - gern auf den Sozialen Medien - um die Schulkinder. Jene, die ihren Ninjapass überall mittragen, die sich unaufgefordert ihre Masken aufsetzen und die dann noch nicht ins Impf-Altersschema passen. Als Geste der Anerkennung hat Bildungsminister Faßmann am Montag ein Schulschlusskonzert organisiert. Schüler des Bundesgymnasiums Zehnergasse in Wiener Neustadt konnten dem Live-Gig persönlich auf ihrem Sportplatz beiwohnen, für alle anderen gab es einen Livestream und eine ORF-Übertragung in die Klassenzimmer.

Schnell wurde das Ansinnen ins Lächerliche gezogen, vor allem auf Twitter mokierte man sich darüber, dass der Minister wohl wenig Ahnung habe, was junge Menschen heute so mögen, wenn er ausgerechnet DJ Ötzi auf den Programmzettel hieve. Stellt sich heraus: Es sind eher die Besserwisser, die keine Ahnung haben. Denn zum einen hat nicht Faßmann das Line-up ausgewählt, sondern die Wiener Neustädter Schüler und Schülerinnen. Und die gingen dann auch dementsprechend ab bei DJ Ötzi. Der Mann ist nämlich auf dem Sozialen Medium, das die Kinder verwenden, auf TikTok, eine ziemliche Koryphäe. Und er sang ein Lied, das wohl nicht nur Schulkinder nach diesen Corona-Monaten anspricht: "Leb, als ob’s dein letzter Tag ist."