Das Gemeine an der Geschichte ist, dass sie sich manchmal wiederholt. Nun gut, vielleicht ist es nicht die Schuld des Universums, sondern doch jene der Menschheit, aber das Endergebnis bleibt das gleiche.

Die Macht der Fabriksbesitzer im 19. Jahrhundert findet nun ihre Wiederauferstehung. In der Macht und im Plattformkapitalismus von Facebook, Amazon & Co. Immer mehr Expertinnen und Experten warnen lautstark vor den Gefahren - nicht den kommenden, sondern den existierenden und deren Auswirkungen auf Gesellschaft und Demokratie. Die US-Wirtschaftswissenschafterin Shoshana Zuboff, die das Konzept des Überwachungskapitalismus geprägt hat, mahnte Anfang der Woche ein, dass Europa und die USA im besten Fall eine gemeinsame Regulierungsvision entwickeln sollten, um keine Leerstellen für die Konzerne oder für Chinas Autoritarismus zu lassen. Entscheidend seien etwa Transparenz für Algorithmen und Ex-ante-Befugnisse für Wettbewerbshüter, wie sie die EU-Kommission mit ihren Vorschlägen für einen "Digital Services und Markets Act" ins Spiel gebracht habe. Datenextraktion sollte verboten, Protokolle und Schnittstellen sollten geöffnet werden. Zudem bräuchten Bürger Klagerechte.

Die Stimmen der Kritiker werden immer lauter, die Konzerne reagieren mit halbherzigen Konzepten, die mehr Datenschutz gewährleisten sollen, aber immer noch das geheime Wissen über den gläsernen Bürger manifestieren und ihn vorhersagbar und kontrollierbar machen.