Vor gar nicht allzu langer Zeit, in einer überschaubareren digitalen Welt, gab es Facebook und StudiVZ. Dann MySpace, LinkedIn und Co. Danach überschlugen sich die Entwicklungen.

Ein Soziales Netzwerk nach dem anderen schoss aus dem Boden und man zog seine Daseinsberechtigung aus einer gewissen Einzigartigkeit: Twitter mit seiner offenen Kommunikation an alle, Instagram mit seinen Bildern, TikTok mit Videos, Snapchat mit den selbstlöschenden Nachrichten, Clubhouse mit seinem reinen Audio. Dann kam die große Vermischung: Jeder wollte alles. Möglichst schnell die guten Ideen und Alleinstellungsmerkmale der anderen Dienste kopieren. So kam, was kommen musste - statt Spezialisierung Einheitsbrei.

Zum ersten Mal scheint der Markt nun gesättigt. In den Sozialen Netzwerken stellt man die Existenz der anderen, manchmal auch schon der eigenen Sozialen Netzwerke in Frage. Facebook verliert konstant, Twitter will weniger Kommunikation an alle und mehr privat und schafft sich damit selbst ab. Es bräuchte gar nicht eine App, die alles kann, sondern eigentlich nur eine App, die alle verbindet. Auch das ist wahrlich nichts Neues. Eine Anwendung, die alle Messenger verbindet. Ein Portal, über das man alle Passworte verwalten kann. Ein Standard. Eine Einstiegstelle. Es wäre Zeit für Vereinfachung. Ein Problem, das man seit Anbeginn der Digitalisierung nie gelöst hat. Irgendwann sind es zu viele Dienste. Besser einheitliche Standards statt austauschbarer Apps.