Die Vorschusslorbeeren, die Österreichs Fußball-Star David Alaba am Montag bei seinem neuen Arbeitgeber Real Madrid erhalten hat, sind ja ganz nett. Etwa, wenn Reals Athletik-Coach Matthias Blankenburg über den Wiener sagt, er verfüge über "eine extrem gute Muskulatur", sei schnell und spritzig und stehe verglichen mit anderen Spielern "auf der absolut obersten Stufe". Auch Trainer Angelo Ancelotti schwärmte erst kürzlich davon, was für ein "kompletter Spieler" Alaba sei, zumal er "viel Qualität" besitze und in der Defensive "taktisch intelligent" spiele.

Nur kann sich Alaba von solchen Aussagen nichts kaufen. Denn umsonst haben die Königlichen den Bayern-Star ja nicht in die spanische Hauptstadt geholt. Für Alaba geht es hingegen um eine ganz andere Frage: Wird er, so wie in München, wieder nur als Links- oder Innenverteidiger eingesetzt oder darf er - was ihm bis dato nur im Nationalteam möglich war - vielleicht doch ins Mittelfeld aufrücken? Dass sich der 29-Jährige in diesen Breiten am wohlsten fühlt, hat er schon öfters bekundet, er wurde aber von den Trainern, weil in der Abwehr angeblich unabkömmlich, stets zurückgepfiffen.

So scheint es nun auch bei Real zu sein, wo für Alaba nur noch der Platz von Innenverteidiger Sergio Ramos (mit der Nummer vier), der Real in Richtung PSG verlassen hat, frei zu sein scheint. Alles anderes als diese Position wäre nach dem, was Ancelotti bisher gesagt hat (und auch mit Blick auf Alaba seinerzeit als Bayern-Coach praktiziert hat) gewiss eine Überraschung. Alaba wird die Krot schlucken müssen. Ob diese, gewürzt mit Lorbeer, deswegen besser schmeckt?