Ausgerechnet am Vorabend des Tages, an dem der Weltklimarat seine dramatischen Aussichten veröffentlicht, hat Greta Thunberg ein "Vogue"-Cover, auf dem sie abgebildet ist, auf der Bilderteilplattform Instagram gepostet. Was ist los, hat die plötzlich sonst keine Sorgen mehr außer fancy Mode?, mag sich mancher verwirrt gedacht haben. Mitnichten, auch diese Fotostrecke gehört zu Thunbergs Mission, die Welt auf die größte menschengemachte Umweltkrise aufmerksam zu machen. "Die Mode-Industrie trägt erheblich zum Klima- und Umweltnotfall bei, ganz zu schweigen von ihrem Einfluss auf die unzähligen Arbeiter und Gemeinschaften, die auf der ganzen Welt ausgebeutet werden, damit einige Fast Fashion genießen können, die viele als Wegwerfartikel behandeln", schreibt Thunberg. Und sie prangert an, dass viele Firmen mit Kampagnen davon zu überzeugen trachten, dass sie klimaneutral und nachhaltig arbeiten, dass dies aber fast immer nur Greenwashing, also nur ein So-tun-als-ob wäre. Das ist schon eine harte Aussage in einem Umfeld, in dem diese Firmen durch ihre Inserate halt auch die Geldgeber sind. In diesen Magazinen liest man solch kritische Meinungen also eher nicht so oft.

Allerdings sind Lifestyle-Medien an sich schon länger auf den Trend Nachhaltigkeit aufgesprungen. Das ist das Gute an Trends. Es scheint langsam so, als würden ohnehin fast alle etwas gegen die Klimakrise tun wollen - außer denen, die tatsächlich einen Unterschied machen würden.