Spät, aber doch haben sich am Donnerstag das Internationale Olympische Komitee IOC und der Welt-Fußballverband Fifa zum Thema Nummer eins dieser Tage zu Wort gemeldet und auf das Los von Afghanistans Sportlerinnen und Sportler, die nun durch die Taliban im wahrsten Wortsinn in ihrer Existenz bedroht sind, hingewiesen. Tatsächlich klingt aber das, was die beiden größten Sportverbande der Welt da von sich gaben, nur nach dem Blabla, das man schon aus dem Mund von Politikern und Diplomaten zur Genüge gewohnt ist.

Von einer "besorgniserregenden Situation" ist in den Statements die Rede sowie davon, dass man "in Kontakt" stehe, die Situation beobachte und "Unterstützung" anbiete. Allein den afghanischen Athletinnen und Athleten hilft das wenig, andererseits kann man IOC und Fifa, nachdem sie über keine (militärischen) Mittel verfügen, kaum einen Vorwurf machen, außer vielleicht den, die Machtübernahme der Taliban so wie die gesamte westliche Welt verschlafen und nicht früher reagiert zu haben.

So gesehen bleibt den Verbänden auch nicht viel anderes übrig, als den Appell an die USA und die übrigen Großmächte zu richten, den gefährdeten Amateuren - darunter die beiden Para-Sportler Zakia Khudadadi und Hossain Rasouli, die es nicht mehr nach Tokio geschafft haben - rasch einen Platz in einem Flieger zu verschaffen. Was aber IOC und Fifa freilich in der Hand haben, wäre eine Verschärfung ihres Umgangs mit autoritären Staaten, die es mit den Menschenrechten nicht so genau nehmen.

Ob sie dazu bereit sind, ist aber fraglich. Eine erste Gelegenheit böte sich jetzt schon. Wie am Donnerstag bekannt wurde, hat ausgerechnet WM-Gastgeber Katar hohe Talibanführer nach Kabul eingeflogen. Eine Reaktion der Fifa stand noch aus.