Champions League, Europa League, Conference League, dazwischen dann mal wieder Bundesliga: Kein Wunder, dass manch Kritiker von einer Übersättigung des Marktes sprechen. Die Pläne, auch noch die WM alle zwei Jahre auszutragen, die Fifa-Chef Gianni Infantino nun auf den Vorschlag des saudi-arabischen Verbandes hin offenbar wieder offensiver vorantreiben will, passt da gut ins Bild, die hohen Transfersummen, die - Corona hin oder her - auch in diesem Sommer fließen, verstärken es zusätzlich.

Dem neu geschaffenen kleinen Bruder der Europa League tut man aber unrecht, wenn man ihn verdammt. Zum einen wird die Conference League dafür sorgen, dass die Kluft zwischen kleineren und großen Klubs zumindest nicht immer rasanter noch größer wird; zum anderen ist er fast etwas für Romantiker. Wie oft bekommen schon Vereine wie der schottische Vertreter St. Johnstone, der dem LASK im Play-off-Hinspiel am Donnerstag ein 1:1 abrang, die Möglichkeit, sich international zu beweisen? Während die Linzer noch um den Aufstieg bangen, steht damit auch schon fest, dass Rapid und Sturm Graz in der Gruppenphase eines europäischen Bewerbs spielen, selbst wenn nach den Siegen in den Europa-League-Play-off-Hinspielen gegen Luhansk (3:0) beziehungsweise Mura (3:1) nächste Woche noch etwas schiefgehen sollte. Freuen darf man sich auch auf die Spiele des Kultklubs Union Berlin, der nach dem 4:0 gegen Kuopion mit einem Bein in der Gruppenphase steht. Wer also A wie Fußballerlebnis vom "alten Schlag" sagt, muss auch B wie "Bewerbsvielfalt" sagen.