Eine große Sause steigt am Samstag im New Yorker Central Park. Unter dem Titel "We love New York: The Homecoming Concert" werden ein Reigen berühmter Musiker von Bruce Springsteen und Patti Smith abwärts und rund 60.000 - durchwegs geimpfte - Gäste zelebrieren, dass New York wieder aus dem Coronamaßnahmen-Dornröschenschlaf erwachen darf. "New York City ist zurück, man kann es sehen, man kann es fühlen und es ist Zeit, das auf dem ‚Great Lawn‘ zu feiern, wo schon so viele andere großartige Dinge stattfanden", sagte Bürgermeister Bill de Blasio. Auf dem "Great Lawn", der zentralen Wiese des Parks, spielten zum Beispiel 1981 Simon & Garfunkel ein gar legendäres Konzert. Mit einem großen Unterschied: Damals waren etwa zehnmal so viele Besucher möglich wie jetzt.

Man sieht also schon allein da: Eine Party anlässlich des vermeintlichen Endes der Pandemie zu schmeißen, wäre verfrüht. Es ist aber nachvollziehbar, dass man gerade in New York, das ein Epizentrum des Infektionsgeschehens in den USA gewesen war und das vorübergehend sogar die Opfer in Massengräbern bestatten musste, einfach einmal aufatmen will. Auch der Kulturbereich war in New York über Monate komplett stillgelegt, das war - ähnlich wie für Wien - auch für diese Stadt ein herber Schlag. Es passt zu New York, so exaltiert die Wellenpause zu begehen. Nur den Namen, den hätte man sich zweimal überlegen sollen. Ausgerechnet "Heimkehr"? Daheim war man jetzt eigentlich eh genug.