Karl-Heinz Rummenigge redet Klartext. Der Ex-Vorstandschef des FC Bayern nimmt die Causa Cristiano Ronaldo - kurz: Er soll von Juventus wegwollen, aber bisher ist kein allzu großes G’riss um ihn - zum Anlass, das "aufgeblähte" System anzuprangern. Die Gehälter seien ein Problem, die Uefa sei nun "gefragt, etwas zu tun, um die Kosten zu reduzieren und vernünftige Regularien zu treffen", sagte er zur "Bild". Sonst würde der Fußball "schweren, schweren Schaden nehmen".

Uefa, nimm das!, könnte man im ersten Reflex sagen. Nur: Klartext ist halt im Fußballgeschäft ähnlich klar wie die Interpretation der Abseits- und Hands-Regel. Denn wer nun glaubt, Rummenigge würde der Uefa die Daumenschrauben ansetzen, übersieht, dass er selbst seit Frühjahr als Vertreter der European Club Association wieder im Exekutivkomitee der Uefa sitzt. Und die soll die Pläne für neue Regeln, die im September verabschiedet werden, längst im Talon haben. Eine Gehaltsobergrenze soll das (umstrittene, weil zahnlose) Financial Fairplay ablösen, laut der Zeitung "The Times" sollen Klubs "nur" noch 70 Prozent des Umsatzes für Löhne ausgeben dürfen. Bei einer Überschreitung wird eine Luxussteuer fällig.

Die Großen, die sich Ronaldo & Co. leisten können (und wollen), werden diese allerdings aus der Portokassa zahlen können. Im Gegenzug werden die Umsätze weiter nach oben klettern - womit sich diese Klubs erst recht weitere Topspieler leisten können. Auch wenn die Abgaben solidarisch verteilt werden sollen: Nach mehr Klarheit im fußballerischen Finanzdschungel klingt das nicht.