Man glaubt es kaum, aber es gibt auch gute Neuigkeiten vom Weltfußballverband Fifa. Oder besser: über die Fifa. Und die passen dieser angesichts der Kritik am Festhalten der Pläne für die WM 2022 in Katar bestens in den Kram. Nun hat also die US-Generalstaatsanwaltschaft der Fifa-Stiftung 201 Millionen Dollar als Entschädigung für Verluste durch Straftaten früherer Funktionäre zugesprochen; es geht dabei um jahrzehntelange Bestechungspraktiken.

Das Geld sei von den Konten der involvierten Personen beschlagnahmt worden und soll sozialen Fußball-Projekten vor allem in Amerika - die Konföderationen Concacaf (Nord- und Mittelamerika sowie Karibik) und Conmebol (Südamerika) seien die Hauptgeschädigten gewesen - zugute kommen.

Dagegen ist freilich nichts zu sagen. Viele dieser Projekte sind tatsächlich dazu angetan, Kindern und Jugendlichen durch den Fußball Hoffnung und sogar die Chance auf Bildung zu geben.

Doch Fifa-Präsident Gianni Infantino übertreibt’s ein bisserl mit dem Motto "Tu Gutes und sprich darüber." In einer überschwänglichen Mitteilung bedankt er sich bei der US-Justiz: "Dank ihrem Eingreifen 2015 konnten wir den damals verrufenen Verband von Grund auf reformieren und die Fifa als überaus vertrauenswürdige globale Sportorganisation etablieren", sagt er. Und: "Zum Glück liegt dieses bedauerliche Kapitel weit hinter uns."

Beobachter sehen dies ganz anders. Seit Infantinos Amtsübernahme gab es gegen ihn selbst bereits Strafverfahren (wenn auch bisher keine Verurteilung) und reichlich Kritik, weil die Reformen nichts anderes böten als alten Wein in neuen Schläuchen.

Mag sein, dass die Fifa die Geschädigte durch die Straftaten war. Geschädigt war allerdings das System selbst. Infantinos salbungsvolle Worte machen es nicht besser.