Früher, da war in der Fußballwelt zwar nicht unbedingt alles besser, aber doch einfacher. In der WM-Qualifikation waren die Gruppen im noch überschaubaren europäischen Verband klein, es gab wenige Spiele, wenige Reisen, und meist reichte ein zweiter Rang zur Endrunden-Teilnahme. Und die Spieltermine konnten sich die Teilnehmer noch selber ausschnapsen, wobei Österreich - im Herzen Europas gelegen - da nicht selten sein diplomatisches Geschick auspackte und klug verhandelte. Wie gesagt, diese Zeiten sind vorbei. Mittlerweile rittern 55 europäische Verbände um die Katar-Teilnahme, das Aufstiegsprozedere der Gruppenzweiten ist höchst kompliziert, die Spieltermine müssen im randvollen Terminkalender untergebracht werden.

Und weil der Corona-Lockdown von 2020 noch nachhängt, braucht es sogenannte "Triple-Header", um die Gruppenphase heuer abschließen zu können. Drei Spiele in sieben Tagen mögen zwar im Klubfußball Alltag sein, wenn man dabei um die halbe Welt reisen muss, aber schon nicht mehr. So war der Computer (der längst die Spieltermine festlegt) mit Österreich alles andere als gnädig, denn dieser hat binnen sieben Tagen Reisen nach Moldawien und Isreal ausgespuckt, ehe am Ende in Wien noch die Schotten warten. Zeit für eine echte Vorbereitung bleibt da nicht - ein Willkommenstraining in Wien, ein Abschlusstraining in Chisinau, und schon geht es los.

ÖFB-Teamchef Franco Foda will darob "mit vielen Videosequenzen" die Arbeit auf dem Platz kompensieren, spart aber - wie viele seiner Kollegen - nicht mit Kritik: "Da sollte man sich in Zukunft etwas überlegen."

Immerhin gibt es eine (kleine) Hoffnung, erhört zu werden: Denn selbst Uefa-Boss Aleksander Ceferin hat nach der Fußball-EM eingesehen, dass es "nicht korrekt" gewesen sei, manche Teams ins ferne Baku zu schicken. Er hätte auch "Wettbewerbsverzerrung" sagen können.