Auf den Nachfolger von ÖFB-Chef Leo Windtner, der im Oktober nicht mehr kandidiert, kommt einiges zu: Gräben wollen überbrückt, möglicherweise neue Führungskräfte für das Nationalteam gefunden werden, im Breitensport braucht es neue Impulse, und eine Letztentscheidung über den Standort des neuen Trainingszentrums ist auch noch nicht gefallen.

Da trifft es sich - zynisch formuliert - gut, dass manches im stillen Kämmerlein beschlossen wird und Österreich halt doch nicht so der Nabel der Fußballwelt ist, wie manche in der EM-Euphorie glauben wollten. Denn wie es ist, sich vor den Augen der Welt zu blamieren, haben nicht nur die Österreicher eindrucksvoll gegen Israel gezeigt, das erledigten am Sonntag auch die Großmächte Brasilien und Argentinien. Weil vier argentinische Profis bei ihrer Einreise nicht angegeben hätten, sich in den vergangenen 14 Tagen im Vereinigten Königreich, in Nordirland, Südafrika beziehungsweise Indien aufgehalten zu haben - normalerweise wäre dann die Einreise wegen der Pandemie nicht erlaubt - holten Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde jene drei Betroffenen, die in der Startelf standen, vom Platz - nach einer Unterbrechung wurde das WM-Qualifikationsspiel ganz abgebrochen.

Nun kann man die Schuld bei der Behörde, die laut den Verbänden Fingerspitzengefühl hätten vermissen lassen, sehen - oder auch bei diesen selbst. Ein gutes Schlaglicht wirft das nicht auf den südamerikanischen Kick. Der wurde ohnehin schon oft von Skandalen überschattet - wobei es kaum einen Unterschied machte, wer gerade das Präsidentenamt innehatte. Insofern kann man nur sagen: Tu felix Austria, wenn’s nur um das geht.