Die Statistik spricht eine klare Sprache. Von allen Nobelpreis-Gewinnern von 1901 bis 2020 sind 876 männlich und 58 weiblich. Das ist von einer Parität so weit entfernt wie Fix und Foxi von einem Literatur-Nobelpreisgewinn. Nur 5 Prozent der vergebenen Auszeichnungen gingen also an eine Frau. Besonders eklatant ist der Unterschied in der Kategorie Physik, da stehen vier Frauen 212 Männern gegenüber. In der Kategorie Wirtschaft sind es gar nur zwei Frauen, aber auch "nur" 84 Männer. Fast schon versöhnlich kann da die Aufteilung beim Literaturnobelpreis stimmen: 16 zu 101. Und der Friedensnobelpreis ist ja nachgerade progressiv mit seiner Ratio von 17 zu 90.

Nun sind diese Zahlenspiele vielleicht nicht ganz fair. Vieles davon ist historisch bedingt - die naturwissenschaftlichen Disziplinen sind traditionell nicht der Ort, an dem sich die Frauen in Massen tummelten. Und doch gab es sie, auch sehr viel früher schon. Oft im Hintergrund, aber ohne ihr Zutun hätte es einige tiefgreifende Entwicklungen gar nicht gegeben. Etwa Ada Lovelace, die als erste Computerprogrammiererin der Geschichte gilt. Gut, sie lebte einige Jahrzehnte, bevor es überhaupt einen Nobelpreis gab. Was nun wiederum die Sache mit den historisch bedingten Gründen ein wenig wacklig macht.

Die Nobelpreis-Jury hätte die Chance, mit ihrer Wahl MINT-Fächer auch für junge Mädchen attraktiv zu machen. Im heurigen Jahr hat sie das - ungeachtet der Leistungen der Ausgezeichneten - leider verabsäumt.