Natürlich kann man jetzt lange über Landskrona reden, schließlich ist die schwedische Kleinstadt ein netter Flecken Erde, auch wenn man zu dieser Jahreszeit nur kurz in den Genuss kommt, dies auch zu bewundern. Natürlich kann man auch lang und breit über die Ausfälle im österreichischen Nationalteam vor dem WM-Qualifikationsspiel am Samstag gegen die Färöer diskutieren. Insgesamt fehlt Teamchef Franco Foda aus den diversen Gründen - über die man freilich im Einzelfall ebenso reden könnte - so gut wie eine ganze Fußball-Elf. Und natürlich kann man sagen, es gebe im Fußball halt auch keine Jausengegner mehr. Schließlich stehen in der Mannschaft der Färöer heute statt der Amateure vom September 1990 Profis, die auch nicht auf der Nudelsuppe dahergeschwommen sind.

All das ist richtig und um so viel mehr falsch zugleich. Landskrona bezeichnet ein dunkles Kapitel aus der Geschichte des heimischen Fußballs, als die heimische Nationalelf 1990 gegen die Färöer verlor. Aber damit hat es sich auch schon. Es sollte nämlich genau das bleiben: ein Kapitel aus der Vergangenheit, ebenso wie Cordoba gegen "die Deutschen" 1978. Ausreißer nach unten wie oben hat es immer schon gegeben, erster Schritt jeder Entwicklung muss sein, Erstere zu minimieren. Und von Österreichs Nationalmannschaft, immerhin Achtelfinalist der EM in diesem Jahr, sollte man erwarten können, auf diesem Weg schon mehr als einen Schritt gegangen zu sein. Insofern taugen die Verweise auf die Vergangenheit ebenso wenig wie jene auf die Verletztenliste. Man kann den Gegner immer stark- und sich selbst schwachreden (und vice versa). Aber wenn man das macht, braucht man über eine WM-Qualifikation oder andere künftige Großereignisse gleich lieber gar nicht zu reden.