Am Donnerstag wird der ORF-Stiftungsrat wohl eine Erhöhung der ORF-Gebühren um acht Prozent beschließen. Die Abstimmung ist nur Formsache: Eine breite Mehrheit in diesem politisch besetzten Gremium ist sehr wahrscheinlich. Am Montag tagte der Finanzausschuss des obersten ORF-Gremiums in dieser Sache. Aus diesem war von mehreren Räten zu hören, dass intensive Beratungen stattgefunden haben und eine breite Mehrheit der Anwesenden eine Annahme empfehlen wird. Lediglich die Vertreter der FPÖ werden dagegen stimmen.

Die Erhöhung um acht Prozent sieht nach einem großen Sprung aus. Man muss dabei allerdings einrechnen, dass die Gebühren das erste Mal seit mehreren Jahren steigen. Im selben Zeitraum hat die Inflation etwa zehn Prozent betragen. Der ORF bleibt in seinem Antrag also deutlich unter der Inflationsrate. Den Rest muss man einsparen oder über Werbung verdienen, wobei Letzteres gerade in den vergangenen eineinhalb Jahren wirtschaftlich schwierig war.

Normalerweise haben ORF-Geschäftsführungen der vergangenen Jahrzehnte die Erhöhung an gleichzeitige Innovationen oder mit Service-Erweiterungen gekoppelt. Das ist diesmal zumindest offiziell nicht so kommuniziert. Wohl auch, weil eine digitale Offensive des ORF mangels einer Änderung des ORF-Gesetzes noch nicht betrieben werden kann. Bei der Begründung ist daher noch Luft nach oben. Die Erhöhung macht durchgerechnet 1,38 Euro pro Monat aus.