Die australische Regierung und Corona - das wird immer mehr zur unendlichen Geschichte. Seit das Virus vor 20 Monaten auf dem Kontinent angekommen ist, scheint eine eigene "Corona-Zeit" den gregorianischen Kalender abgelöst zu haben. Jahreszeiten und Mondphasen spielen keine Rolle mehr, möchte man meinen, und stattdessen rechnet man in Lockdowns und Verschiebungen bis an den Sankt-Nimmerleins-Tag. Besonders anschaulich kann man diese Zeitpolitik anhand von Sportereignissen studieren, die bekanntermaßen davon leben, dass sie stattfinden, was aber in Australien eben seit geraumer Zeit nicht immer der Fall ist.

Denn während im Rest der Welt die Austragung einer Fußball-EM oder Olympischer Spiele, wenn auch nur unter Auflagen, möglich war, geht in Down Under noch immer so gut wie gar nichts. Erst am Donnerstag sind die für Ende November geplant gewesenen (und zwischenzeitlich auf Jänner 2022 verschobenen) Australian Golf Open auf November 2022 datiert worden. Und der von März auf November 2021 verschobene Formel-1-Grand-Prix wurde im Juli überhaupt abgesagt. Einzig die Australian Tennis Open scheinen in trockenen Tüchern zu sein. Noch, möchte man meinen.

Die Frage, die sich viele in dem Zusammenhang stellen, lautet: Warum schafft es Australien, das noch dazu eine Insel ist, nicht, Sportveranstaltungen wie Golf, Formel 1 oder Tennis, pünktlich und sicher auszurichten? An der Infrastruktur liegt es nicht, auch nicht am Geld - es ist vielmehr, oh Wunder, der geringe Anteil an Vollimmunisierten (53 Prozent), der Veranstaltern und Behörden Sorgen bereitet. Dabei wäre die Lösung einfach - die Einführung der 1G-Regel für alle Sportler und Fans. Kanada macht es aktuell vor. Dort ist die "Corona-Zeit" so gut wie vorbei, und es gilt wieder der gregorianische Kalender.