Es ist ein unglaublich tragischer Unfall: Bei Dreharbeiten zu einem Western hat Alec Baldwin mit einer Waffe, die der Schauspieler mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit als völlig harmlose Requisite eingeschätzt hat, die Kamerafrau des Films tödlich getroffen. Halyna Hutchins war 42 Jahre alt, sie war gebürtige Ukrainerin. Laut eigenen Angaben wuchs sie auf einer sowjetischen Militärbasis im arktischen Polarkreis auf - umgeben von "Rentieren und nuklearen U-Booten". 2015 schloss sie ein Filmstudium in den USA ab und wurde bald als "Rising Star" gehandelt.

Das gibt nun diesem Unglück eine weitere tragische Ebene: Denn Frauen hinter der Kamera sind in Hollywood nicht gerade häufig gesät. So wie Frauen überhaupt an Schlüsselstellen der Filmproduktion eine Minderheit darstellen. Wenn ausgerechnet eine Filmschaffende, die für einen Aufbruch in eine neue Zeit stehen hätte können, so aus dem Leben gerissen wird, ist das bitter.

Es zeigt aber erneut, dass Filmdrehs keine ungefährlichen Pflaster sind. 2014 erstellte die Nachrichtenagentur AP eine Statistik, der zufolge alleine in den USA ab 1990 mindestens 43 Personen bei Dreharbeiten ums Leben gekommen seien.

Die jüngsten Geschehnisse rufen den Tod des Schauspielers Brandon Lee 1993 in Erinnerung, der durch eine Kugel getötet wurde, die von einer Platzpatrone in Gang gebracht wurde. Man hätte eigentlich gedacht, dass man aus diesem Fall Schlüsse für die Sicherheit der Mitwirkenden gezogen hätte.