100 Tage, das ist immer so etwas wie eine magische Grenze bei Countdowns. 100 Tage sind es nun also noch bis zu den Olympischen Winterspielen in Peking - und auch da geht es um Grenzen. Die Chinesen haben ein strenges Corona-Regime aufgezogen und wollen tunlichst vermeiden, dass es zu einer weiteren Welle im Land kommt.

WZ Tamara Arthofer - © WZ

WZ Tamara Arthofer

- © WZ

Hinein darf nur, wer geimpft ist - oder sich einer dreiwöchigen Quarantäne unterzieht; in der "Blase" angekommen, gibt es so schnell auch kein Hinaus. Es wird kaum Freiheiten für Sportler, Trainer, Helfer und Journalisten geben, alle Teilnehmer dürfen sich nur in geschlossenen Kreisläufen bewegen. War es bei den Sommerspielen in Tokio eher eine "Blase mit vielen Löchern", durch die Teilnehmer auch mal ins Land schlüpfen konnten, wie vereinzelt geschildert wurde, zieht China vielmehr "doppelte Wände" hoch.

Das ist freilich verständlich, wie auch Roswitha Stadlober anlässlich des Weltcupstarts der Alpinskifahrer in Sölden am Wochenende erklärte. Nationale Vorgaben seien zu akzeptieren, sagte die Präsidentin des österreichischen Skiverbandes, bei dem man aber ohnehin von einer hohen Impfquote unter den Athleten ausgeht. Für jene, die das partout nicht wollen, sieht sie puncto Olympiastart schwarz - eine dreiwöchige Quarantäne als Vorbereitung sei illusorisch, meinte sie.

Die Situation entbehrt andererseits nicht einer gewissen Ironie. Denn wie schon 2008 bei den Sommerspielen steht das Land auch wegen Menschenrechtsverletzungen in der Kritik. Wollte man damals die Spiele als Symbol der Öffnung feiern, schottet sich die aktuelle Führung gerne vom Rest der Welt ab. Da ist es ganz praktisch, dass man von möglichem politischen Boykott gar nichts mitbekommen wird. Ausländische Gäste sind sowieso nicht vorgesehen. In der "Bubble" feiert man sich lieber selbst.