WZ Christian Mayr - © Wiener Zeitung

WZ  Christian Mayr

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Der alten Weisheit von Frank Sinatra folgend, wonach man es überall schaffen könne, wenn man es denn in New York geschafft habe, landen wir mitten in den heimischen Alpen. Nämlich am Arlberg in Lech/Zürs, wo am Wochenende bekanntlich das erste und einzige Parallelrennen dieses Winters ausgetragen wurde. Und an dieser Stelle sei gleich vorausgeschickt - diesmal findet hier kein Parallel-Bashing statt. Denn das Herren-Rennen am Sonntag war dank Lokalmatador und Premierensieger Christian Hirschbühl und seinem hauchdünn geschlagenen Teamkollegen Dominik Raschner eine ausgesprochen packende und stimmungsvolle Angelegenheit - genauso, wie es sich die Erfinder und Herumdoktoren des Bewerbs immer gewünscht haben.

Doch der Zirkelschluss, wonach sich dieses Konzept doch eh überallhin übertragen und also überall funktionieren müsse, ist grundfalsch. Auch Michael Matt irrt gewaltig, wenn er sich Folgendes rhetorisch fragend herbeisehnt. "Wieso fahren wir nicht in New York?" Wenn du es in Zürs schaffst, schaffst du es nämlich ganz bestimmt woanders nicht - nicht am Big Apple, nicht in München, nicht in Stockholm, nicht in Moskau. In den drei letztgenannten Städten gab es Ähnliches im vergangenen Jahrzehnt nämlich schon - und man ist so grandios gescheitert, dass sich dort niemand mehr einen "City-Event" zurückwünscht. Stimmung und sportlicher Wert waren endenwollend, der Aufwand enorm, die Star-Absagen zu groß. Womit wir beim Kern wären: Solche Parallelgeschichten funktionieren in Städten oder stadtnahen Hügeln nur, wenn sich dort veritable Skistars messen und ihre hohe Sportkunst auch zeigen können. Aber außer in Österreich und der Schweiz wird man kaum wo tausende Leute zwecks Stimmungsmache hinkarren können.

Wenn du es also in Zürs schaffst, dann vielleicht auch noch in Wien und Zürich. Aber sonst nirgendwo.