Dass der nun neu ausgerufene bundesweite Lockdown unausweichlich ist, darüber muss man mit Menschen klaren Verstandes und guten Willens nicht diskutieren. Wer sich damit anfreunden kann, dass Spitäler Menschen auch noch behandeln können, wird sehen, dass Maßnahmen nötig sind. Natürlich ist auch die Kultur von den neuerlichen Schließungen betroffen. Das liegt nicht zuletzt an ihrem Geschäftsmodell. Überall, wo viele Menschen zusammenkommen, müssen jetzt naturgemäß Kontakte reduziert werden. Gebraucht hat das niemand. Der daraus resultierende Frust ist mehr als verständlich.

Sich aber hinzustellen und Sätze zu formulieren wie, dass "die Kultur nun ausbaden muss, was andere verabsäumt haben", ist nicht nur wenig hilfreich, es ist auch falsch. Da ja alle Branchen bei denen persönliche Kontakte nötig sind, betroffen sind, muss man schon ziemlich selbstzentriert sein, um so zu denken. Und eine Bevorzugung der Kultur vor anderen Bereichen wird man, bei allem Verständnis, auch nicht rechtfertigen können. Sicherlich: In einer Galerie wird es eher selten zu einem Superspreader-Event kommen. In einem Theater oder einem Kinosaal sieht das im Fall der Fälle naturgemäß schon ganz anders aus.

Was nun geboten ist, ist eine gemeinsame Anstrengung, für jeden Einzelnen in unserem Land. Neidvoll auf andere zu blicken, denen es vermeintlich besser geht, ist dabei wenig hilfreich. Nur entschlossenes Vorgehen kann nun helfen.