Man soll das ja nicht machen, der Neuen gleich die größte Bürde um die Schultern hängen. Aber es ist nun einmal so: Kleine Fußstapfen sind es nicht. Gut, Helga Rabl-Stadler hat als Präsidentin der Salzburger Festspiele auch 27 Jahre Zeit gehabt, diese Fußstapfen ausgiebig auszuweiten. Das ist auch originell, weil - so eine Anekdote der scheidenden Präsidentin - ihr zu Beginn kein langes Amtsleben vorausgesagt wurde. Auf ihre Bitte, auf ihr Türschild statt "Präsident" "Präsidentin" zu schreiben, wurde ihr beschieden, das zahlt sich ja doch nicht aus, so lang werde sie nicht bleiben.

Die Fußstapfen haben sich auch in der Ausschreibung für den Posten eingeprägt. "Umfassende Kenntnisse des Kulturlebens, ein Grundverständnis für die künstlerische Leitung/Intendanz sowie die kaufmännischen Agenden" wurden verlangt - sowie perfektes Englisch, Führungskompetenz, unternehmerischer Gestaltungswille und soziale, integrative und vermittelnde Fähigkeiten wurden gefordert und "die Fähigkeit, sich sowohl am internationalen Parkett als auch in der regionalen Verwurzelung der Salzburger Festspiele sicher zu bewegen". In seiner Gesamtheit hätte selbst Helga Rabl-Stadler dieses Profil wohl zu Amtsantritt nicht erfüllt. Ob es Kristina Hammer tut, wird sich zeigen. In der Ausschreibung unterschlagen wurde übrigens, dass Hammer ein krisenfestes Nervenkostüm brauchen wird. Ob sie es nun mit bockigen Intendanten (wie Rabl-Stadler mit Gerard Mortier) oder mit langwierigen Gesundheitskrisen zu tun hat.