Dass im internationalen Fußball nicht bloß der Ball, sondern vor allem auch der Rubel rollt, ist nicht neu. Tatsächlich erinnert das Herumgewerfe mit Geld - auch wenn es Pandemie-bedingt weniger geworden ist - an das jener westlichen Bankinstitute, die nach 1989 nach Osteuropa drängten, um hier den Markt aufzumischen. Das ging zunächst gut, bis dann in den 2000er Jahren die ersten Blasen platzten und man die Erkenntnis gewann, dass nicht alles, was so erlaubt ist, auch gut ist.

Seither werden die Banken von der Aufsicht immer härter an die Kandare genommen. Prüfungen und Stress-Tests, immer höhere Eigenkapitalanforderungen oder strengere Compliance-Regeln sorgen dafür, dass nicht mehr auf Teufel komm raus investiert und spekuliert wird. Das Geld hat neuerdings ein Mascherl: Jeder Geldfluss muss nachvollziehbar, jede Fusion genehmigt und jede Wertberichtigung oder Auflösung argumentiert sein. Schließlich bemessen sich danach ja auch Gewinn- und Steuerhöhe.

Nun existieren im Fußball schon gute Mechanismen wie etwa der "Financial-Fairplay"-Rahmen der Uefa, um größenwahnsinnige Großklubs in finanziellen Fragen zur Raison zu bringen, allerdings reicht das nicht aus. Zu viele Bereiche sind hier nach wie vor intransparent, etwa wenn es um Sponsorgelder, Qualitätskriterien, Transfers, Eigentümerwechsel oder Personalentscheidungen geht. Was liegt angesichts der Millionen, die im Fußball immer öfter von Oligarchen und Scheichs verschoben werden, daher näher, als die Bildung einer Aufsicht wie bei den Banken?

Ein mögliches Modell, wie die oben genannten Bereiche besser kontrolliert werden könnten, hat am Donnerstag die britische Regierung mit dem Independent Regulator for English Football (Iref) vorgelegt. Wurde auch Zeit.