So, jetzt ist der Moment der Wahrheit da. Genug Lockdowns gab es ja, Kulturinstitutionen waren auch oft genug geschlossen. Wer jetzt noch immer kein eigenes Instrument gelernt hat, dem ist wirklich kaum zu helfen.

Die Corona-Krise hat so manche musikalische Selbstversorgung zuwege gebracht. Und bei all den vielen Schattenseiten, die die Pandemie hat, muss man ihr eins zumindest zugutehalten: Immerhin kam es nicht zu einer Renaissance der Blockflöte. Noch weniger interessiert waren die musizierwilligen Menschen nur an Blechblasinstrumenten wie Tuba und Trompete. Das zeigt etwas, was man nach fast zwei Jahren Viruskrise auch nicht mehr erwartet hätte: Menschen nahmen tatsächlich Rücksicht auf ihre Nachbarn und griffen eher zu weniger Lärmbelästigung. Schade halt, dass man zuhause also wohl eher kein weihnachtliches Turmblasen veranstalten kann, aber wenigstens ist auch kein Blockflöten-Notengemetzel zu befürchten vor dem Kummer gewohnten Christbaum. E-Pianos, die man leise stellen kann, boomten wiederum so, dass sie teilweise sogar komplett ausverkauft waren. Mit einem solchen bekommt man sicher ein geschmeidiges "Stille Nacht" hin. Und wer wirklich echt noch immer kein Instrument gelernt hat, der kann sich vielleicht noch rasch einen anderen Krisengewinnler besorgen. Ukulelen waren nämlich auch sehr beliebt - mit ihren vier Saiten und einem YouTube-Turbo-Kurs gehen sich vielleicht noch bis zum Heiligen Abend ein paar Akkorde aus. O du fröhliche!