In den vergangenen Wochen ließen einige Filme aufhorchen. Beziehungsweise eigentlich die Namen der Regisseurinnen dieser Filme. Halle Berry, Rebecca Hall, Maggie Gyllenhaal - allesamt bisher aus der Schauspielzunft bekannt, inszenierten ihre ersten eigenen Filme. Das klingt doch gut, endlich mehr Frauen im Regiesessel - ist zumindest ein verführerischer Schluss aus dieser Entwicklung.

Ist aber nicht so. Nachdem Hollywood im Jahr 2020 einen Rekordanteil von Frauen, die Filme mit gutem Einspielergebnis inszeniert haben, verzeichnen konnte, ging dieser im Jahr 2021 wieder zurück. Rekord klingt irrsinnig großspurig, es handelt sich freilich aber nur um 18 Prozent. Diese sind im Vorjahr wieder auf 17 Prozent abgefallen. Die Präsenz der prominenten Namen sowie die Tatsache, dass zuletzt eine Frau den Oscar für die beste Regie bekam (Chloé Zhao) und eine andere im Gespräch für den nächsten (Jane Campion) ist, ist also trügerisch.

Zumindest einen etwas größeren Schritt hat Hollywood laut der Studie der San Diego State University aber doch gemacht. Von den Filmen, die am meisten eingenommen haben, wurden im Vorjahr 26 Prozent von Frauen produziert (oder mitproduziert). Das ist ein Anstieg um beachtliche 5 Prozent. Und das ist gut, denn, so realistisch muss man sein: Die Produzenten haben die wahre Macht im Filmmoloch. Und erst wenn Frauen hier gleich viel zu sagen haben wie Männer, wird sich auch in den anderen Bereichen mehr ändern.