Novak Djokovic hat Australien längst verlassen, er wird dort keinen Rekord aufstellen können, es wird einen anderen - verdienten - Sieger beim ersten Tennis-Grand-Slam-Turnier des Jahres geben. Dabei könnte man es eigentlich belassen. Doch damit ist die Geschichte nicht zu Ende erzählt. Und dafür, dass das sowohl für Djokovic als auch für das Tennis an sich sowie für Australien höchst unangenehme Thema am Köcheln bleibt, sorgen alle Beteiligten. Nun also auch das Gericht, das die Annullierung des Visums bestätigt hat. Denn nicht die Schwindeleien, der mutmaßliche Betrug bei der Einreise, oder eine zumindest im Raum stehende Dokumentenfälschung seien demnach ausschlaggebend gewesen, warum man den Serben des Landes verwiesen hat, sondern seine "Anti-Impf-Einstellung", mit der er dank seines Status als Tennis-Weltstar Menschen beeinflussen und somit eine "Bedrohung für die Bevölkerung" darstellen könne. Das geht aus der Begründung hervor, die das Gericht nun veröffentlichte.

WZ Tamara Arthofer - © WZ

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Mit dieser Erklärung machen sich Justiz und Politik die Sache aber einerseits zu leicht - und andererseits selbst mittelfristig das Leben schwer. Will man nun jeden Einreisenden nach seiner Einstellung befragen? Und wer bestimmt, wer den Status hat, andere damit zu beeinflussen?

Keine Frage: Klare Regeln müssen sein. Djokovic hat sich an diese - und offenbar in anderen Ländern ebenso geltende - nicht gehalten und soll die verdiente Rechnung dafür präsentiert bekommen. Mit der Begründung aber macht man ihn erst recht zum Märtyrer und Helden aller Impfgegner - und das kann nicht im Sinne des Erfinders sein.