Da waren’s nur noch zehn: Nachdem Musiker Lucas Cordalis wegen einer Corona-Infektion gar nicht erst ins "Dchungelcamp" hinein durfte, ist Model Janina Youssefian nach drei Tagen schon wieder rausgeflogen. Weil RTL bei Rassismus keine Gnade kennt und ihr die rote Karte gezeigt hat, nachdem sie das dunkelhäutige Model Linda Nobat im Zuge eines Dauerstreits beleidigt hatte: "Geh doch in den Busch wieder zurück, wo du hingehörst."

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Kaum draußen, entschuldigte sich Youssefian (die im Camp eigentlich ihr Image als Dieter Bohlens "Teppichluder" loswerden wollte) auf ihrem Instagram-Account - nicht ohne darauf hinzuweisen, dass sie sich als gebürtige Iranerin "ausdrücklich von Rassismus distanziere". Außerdem habe Nobat sie zuvor ebenso beleidigt, nur halt nicht rassistisch. Nun, wie der aganze Streit tatsächlich abgelaufen ist, wer da wem was an den Kopf geworfen hat (nicht nur die beiden haben gestritten), lässt sich von außen selbst bei einer Relity-TV-Sendung schwer beurteilen, wenn im Fernsehen nur Ausschnitte gezeigt werden. Ebenso ist es das große Rätsel dieser TV-Formate (egal ob "Dschungelcamp" oder diverse Kuppelshows), ob es nicht vielleicht doch ein Drehbuch gibt.

Wenn nicht, bleibt die Frage: Wird bei solchen Szenen, wie sie nun im südafrikanischen Busch (Australien fällt ja wegen Corona heuer flach) zu sehen waren, von den Protagonisten im Strudel der Emotionen die Außenwirkung wirklich nicht mitbedacht? Oder sind es womöglich doch beabsichtigte Eskalationen, um in den Social Media für Clicks zu sorgen? Immerhin sind die allermeisten Teilnehmer der Show (die sich zu einem Gutteil aus Ex-Kandidaten von "Bachelor" & Co rekurtieren) dort höchst aktiv, und das sicher nicht bloß zum privaten Zeitvertreib.

Der Sender jedenfalls profitiert von diesen Skandalen, wie die Traumquoten zeigen, noch mehr als vom Ekelfaktor. Ja, bei all der zwischenmenschlichen Eskalation gibt es noch diese zweite Komponente, von der das "Dschungelcamp" lebt. Und dass ausgerechnet Nobat bei ihrer Dschungelprüfung das proteinhaltige Getränk nicht runterbrachte, nachdem sie einen Skorpion zerkaut hatte, sorgte sicher für Häme in gewissen Kreisen. Ekel und Eskalation gehören beim "Dschungelcamp" einfach zum Sendungskonzept dazu. Und das nicht erst seit der heurigen Staffel. Man erinnere sich nur an jenen Brief an Fiona Erdmann, der im Jahr 2013 für Aufregung sorgte, weil die rothaarige Ex-Bachelor-Kandidatin Georgina Bülowius darin als "Sams" beschimpft wurde. Und die jüngste Eskalation war gewiss nicht die letzte in der Geschichte des "Dschungelcamps".