Man kann über die Vergabe der Olympischen Winterspiele ausgerechnet an Peking ohnehin nur den Kopf schütteln. Und das Vorgehen in die lange Reihe fragwürdiger Vergaben von großen Sportereignissen stellen - Stichwort Fußball-Spiele

in der Wüste. Und trotz der Corona-Pandemie (China? War da nicht was?) finden sie nun statt. Denn die Obrigkeit will es so, und sonst wird einfach keiner gefragt.

Die Spiele werfen ihren Schatten auch im Journalismus voraus. Da man sich das teure Großevent nun einmal geleistet hat, will man es sich nicht durch kritische Berichte madig machen lassen. Und so bemerken die ausländischen Korrespondenten in China "nie da gewesene Hürden" in ihrer Berichterstattung aus dem Land. 99 Prozent von ihnen klagen, dass die Arbeitsbedingungen nach ihrer Einschätzung nicht internationalen Standards entsprechen. Ihre Berufsvereinigung ist "besorgt über das halsbrecherische Tempo, mit dem die Medienfreiheit abnimmt".

Korrespondenten werden nicht ausreichend informiert oder gar nicht erst zugelassen. Visaverweigerungen, Überwachung, Einschüchterung und Belästigung stehen auf der Tagesordnung. Polizei oder andere offizielle vertreiben Journalisten, die vor Ort berichten wollen.

Überrascht uns alles nicht, wohl wahr. Aber man kann es nicht oft genug betonen: China ist mitnichten ein normaler Staat mit normalen Regeln. Auch wenn das internationale Sportorganisationen nicht weiter groß zu kümmern scheint.