Die Augen der Welt sind auf die Ukraine gerichtet. Und das nicht im übertragenen Sinne, sondern im faktischen. Vor den globalen Livestreams arbeitet sich Russland ins Territorium der Ukraine vor, mit Bomben und Drohnen. Die Wirkung dieser Waffen bleibt nicht verborgen. In einem digitalen Land wie der Ukraine können alle sehen, was sie anrichten.

Zumindest, wenn die Medien, die berichten, guten und vor allem freien Willens sind. Im postfaktischen Zeitalter muss man bekanntlich stets damit rechnen, dass genau das Gegenteil der Wahrheit berichtet wird.

Es bleibt, so gesehen, nur eine Frage der Zeit, bis Kreml-treue Medien von einer "Friedensmission" in der Ukraine schreiben werden. Um sicherzustellen, dass auch alle wissen, was sie zu schreiben haben, hat Russland nachgeholfen. Die Medienaufsicht erteilte russischen Medien laut Berichten Anweisungen, wie über den Ukraine-Krieg zu berichten sei. Die russischen Medien dürften nur Informationen von offiziellen russischen Stellen publizieren, will die Medienaufsicht Roskomnadsor. Die Verbreitung "falscher Informationen im Internet" führe zu "sofortigen Beschränkungen."

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Wer sich nicht an die offiziell vorgegebene Linie hält, wird dichtgemacht. Dazu gehören Filme aus den Sozialen Medien, also Informationen direkt von der Front, sicher nicht. Es ist eine Parallelwelt, die hier aufgebaut wird. Die mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat. Im Jahr 2022 wird das schnell zur Groteske.