Mut ist immer wieder ein großes Thema am jährlichen Frauentag. Mut, sich gegen Ungerechtigkeit zu wehren. Mut, sich gegen Ungleichbehandlung zu wehren. Mut, sich gegen Missbrauch zu wehren. In diesem Jahr kann man noch ganz andere Formen von Mut beobachten: ukrainische Frauen, die ihre Heimat mit Waffen verteidigen; und russische Frauen, die von der Polizei verprügelt werden, weil sie eine Friedensdemonstration besuchen.

Den Mut einer besonderen Frau kann man derzeit in der ARD Mediathek kennenlernen. Dort ist die Dokumentation "F@ck this Job - Abenteuer im russischen Journalismus" zu sehen. Er begleitet Natalja Sindeewa durch die Anfangsjahre des von ihr gegründeten Fernsehsenders Doschd. Aufmerksame Nachrichtenkonsumenten haben vergangene Woche - vielleicht zum ersten Mal - von Doschd gehört. Er war einer der letzten unabhängigen Sender in Russland, am 3. März musste er seinen Betrieb stoppen. Die Dokumentation zeigt das Porträt einer unkonventionellen Medienmanagerin, ein It-Girl, das das Geld ihres reichen Ehemannes für ihren Spleen, einen eigenen Sender, durchbrachte.

Die Doku zeigt auch, wie sich Doschd von eher harmlosen Inhalten mit leicht satirischem Anklang zu einer ernst zu nehmenden Nachrichtenanstalt entwickelt hat. Von der unbekümmerten Champagner-Queen war wenig übrig, als Natalja Sindeewa in der Vorwoche sichtlich gezeichnet bekanntgab, dass ihr Sender die Arbeit einstellt. Man hat seither nichts von ihr gehört.